Kultur : Hörtest: Minimal Music

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"Gebrabbel in C-Dur" nennen Kritiker seine Musik gerne, was in den Ohren radikaler Klangerneuerer soviel heißt wie "Allerweltsgewäsch". Doch was Philip Glass schon im ersten Satz seiner 3. Symphonie (von 1995) an subtiler Spannung aus dieser Tonart herauskitzelt, macht ihm zum Hitchcock unter den Komponisten der Gegenwart. Sorgsam auf die 19 Streicher des Stuttgarter Kammerorchesters abgestimmt, entsteht ein Klangbild von kühler Eleganz. Ein Hauch eiskalter Romantik à la "Marnie" weht durch den Raum. Souverän legt Glass die Wiederholungsschleifen seines Materials aus. Ihrer hypnotischen Kraft - die Dennis Russell Davies so präzise wie sinnlich entfaltet - auf den Leim zu gehen, ist eine Lust. Dazu: Minimales von gestern (80er), maximal interpretiert für morgen.

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