Kultur : Hörtest: Zemlinsky: "Orchesterlieder"

jök

Was herauskommt, wenn europäischer Jugendstil auf die Arbeiterlyrik farbiger Südstaatendichter trifft, zeigen Alexander Zemlinskys Orchesterlieder Opus 20: "Brich, o Herz, in Dixieland" seufzt Michael Volle mit klangvoller Baritonstimme und träumt von "schwarbraunen Mädchen" - ein fahrender Geselle zwischen Baumwollfeldern. Bis in die USA trieb Zemlinsky seine Seelen- und Stilsuche: Während in den schillernden Märchenerzählungen der Jahrhundertwende die Vorbilder Wagner und Mahler hörbar sind, besitzen die Maeterlinck-Gesänge von 1910 eine elegante Linearität ganz im Geiste der Wiener Jugendstil-Architektur. Eine weitere Großtat in James Conlons Kölner Zemlinsky-Zyklus, mit Sängern wie Violeta Urmana, Andreas Schmidt und Soile Isokoski nach Wunsch besetzt.

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