Kultur : Hörtest

KM

POP

Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Singer / Sonwriter. Tom Liwa, ehemaliger Kopf der Flowerpornoes und ewiger Melancholiker, der seine Tagebücher auf der Gitarre begleitet und unser aller Misanthropie kommentiert. Mit Florian Glässing hat er einen Gleichgesinnten und Reisegefährten gefunden. Der ist viel jünger als Liwa, seine Songs einfacher, auch blasser, aber vor allem zuversichtlicher. Das hat den Stücken des Älteren auf der gemeinsamen CD "Lopnor" (Normal Records) gut getan. Lopnor ist übrigens ein von Sven Hedin in China entdeckter Kratersee. Schöner Titel für eine Platte, auf der die Glut erloschen ist. KM

KLASSIK

Auf Zehenspitzen kommt der Tod in Gabriel Faurés Requiem, süße Engelsstimmen und sphärische Harmoniumklänge verheißen die Seligkeit des Paradieses. Lange galt Faurés "Wiegenlied des Todes" als Jahrhundertwende-Kitsch, bis Philippe Herreweghe mit seiner bahnbrechenden Einspielung der Urversion die Patina der Tradition beiseite räumte und darunter eine ganz unpathetische Ehrlichkeit der sanften Trauer entdeckte. Seine mit einer erzgescheiten Interpretation der César-Franck-Sinfonie gekoppelte Aufnahme der Orchesterversion ist jetzt beinahe noch besser geraten (harmonia mundi france). So schön kann der Tod sein. jök

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