Kultur : HÖRTEST

Neue CD’s

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ROCK PJ Harvey – Uh Huh Her

(Universal/Island) Sie ist zurück auf der finsteren Seite der Liebe: Vergiftete Lippen, schlimme Träume und verzehrende Sehnsucht treiben PJ Harvey um. Die Euphorie und die Verliebtheit ihrer letzten Platte „Stories From The City, Stories From The Sea“ sind nur noch eine schmerzvolle Erinnerung. Auch der für Hitparaden taugliche Rocksound ist verschwunden. Stattdessen hat die 34 Jährige fast im Alleingang 13 sparsam instrumentierte und minimalistisch arrangierte Seelenporträts geschaffen, deren Spektrum vom zweiminütigen Wutschrei über Folkminiaturen bis zu filigranen Meditiation reicht. nal

BOSSA NOVA Coralie Clément –

Salles Des Pas Perdu (Capitol) Französischer Bossa Nova: Das klingt nach Pelzkragen und Baskenmütze oder Rotwein mit Schokolade, also nach einer kräftigen Dosis Kitsch. Wenn man nicht wüsste, dass Benjamin Biolay, der Erneuerer des Chansons, fast alle Stücke für seine jüngere Schwester Coralie Clément komponiert hätte. Und wenn einen deren Stimme berührt, die säuselt wie France Gall und kokettiert wie Brigitte Bardot, dann vergibt man selbst allzu offensichtliche Serge-Gainsbourg- und Stan-Getz-Zitate. „Mon nom ne vous dira rien“, haucht sie – mein Name wird Ihnen nichts sagen. Nun wird man sich ihn wohl merken müssen. mro

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