Kultur : HÖRTEST

Neue CD’s

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POP The Hives , Tyrannosaurus Hives

(Polydor ) Sie wollen die beste Band der Welt sein und brauchen exakt 30:01 Minuten, um das (beinahe) auch zu beweisen. Wie ein VolvoMotor schnurren die fünf schwedischen Provinz-Punker mit den schönen DandyOutfits auf ihrem dritten Album zwölf zynisch getextete Rock-Bretter herunter und verströmen dabei die Energie von The Clash. Phasenweise erinnert die Arroganz in Pelle Almquists Stimme an beste Glamrock-Zeiten, doch The Hives haben vor allem Modernes im Sinn: elektronische Spielereien und Surfrock-Elemente („Love in Plaster“). Alles durcheinander: So klingt Punk. mst

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KLASSIK Rossini, Le Comte Ory (Universal ) Er ist der Gott des Belcanto: Alles, was Juan Diego Florez mit seiner wunderbaren Tenorstimme singt, wird zu purem Gold. Auch in Rossinis launigem Zweiakter „Le Comte Ory“funkelt jeder Ton aus seiner Kehle vor Charme, Humor und selbstironischem Draufgängertum. Dass der Rest der Besetzung bei diesem Mitschnitt vom Rossini-Festival in Pesaro dagegen blass wirkt, ist klar. Es kann nur einen Gott geben. jök

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POP Der Plan, Die Verschwörung (Marina) Sie dürfen sagen, dass sie dabei waren, 1980, als Punk sich der Beuys-Metropole Düsseldorf bemächtigte. Der Meister war nicht da und konnte es nicht verhindern. So verschwisterten sich elektronische Avantgarde (Punks liebten Computer) und Kunst-Anspruch zu etwas Unerhörtem. Melodien für Kinderlieder und monotone Bunkerbeats begründeten die Neue Deutsche Welle. Dass sich das erneuerte Trio jetzt nach 15 Jahren wieder zurückmeldet, sagt nicht, dass sie was zu sagen haben. Es sind noch immer dieselben naiv-stereotypen Baukastensongs und kalauernden Agitprop-Parolen. Reicht das? Es klingt nach Gips und nicht mehr nach Beton. KM

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