Kultur : HÖRTEST

Neue CD’s

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POP Various , „The Official ATHENS 2004 Olympic Games Album“, (EMI) Früher beschwörten OlympiaSongs Siege und Gold, heute geben sich Musiker gerne pazifistisch. Deshalb singen Orient und Okzident jetzt Hand in Hand und Avril Lavigne darf sich an „Knockin’ On Heaven’s Door“ versuchen. Vergeblich, denn sie klingt wie ihre Olympia-Kollegen nach billigem Weichspül-Pop. Plump produziert wirkt auch Grönemeyers griechisch-türkische Kollaboration. Der radikale Moby/Public Enemy-Song „Make Love Fuck War“ ist deplatziert. Nur die Hymne „Pass The Flame“ gibt den olympischen Geist wieder, wie er ist. mst

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POP Piotr Anderszewski, Werke von Bach, Beethoven, Webern, Virgin Genialer Eigenbrötler und querköpfiger Antivirtuose – der Pianist Piotr Anderszewski ist einer jener seltenen Musiker, die ihre Erfüllung nicht in der jubelumtosten Selbstdarstellung suchen, sondern in der einsamen Zwiesprache mit der Musik. Die den Werken nicht aufzwingen, wie sie zu klingen haben, und sie so erst zum Sprechen bringen. Eine Bach-Sarabande klingt bei ihm, als habe er ihre Töne eigens vom Firmament geholt, in Weberns Variationen scheint er selbst über jede neue Weiterung des Klangraums zu staunen. Doch das Juwel dieser CD ist Beethovens Opus 110: Töne, aus der Wärme des Herzens geboren, aufsteigend ins Grenzenlose. jök

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