Kultur : HÖRTEST

Neue CD’s

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HIPHOP Fettes Brot , Am Wasser gebaut (Indigo) „Moin, Moin, was geht? Alles klar bei dir? Wie spät?“ Na logo, wir hören Fettes Brot, die Reime sind unverwechselbar. Jetzt bringen die Helden der Neunziger wieder ein Spaßalbum heraus, machen sich lustig über die Vergangenheit. Tiefe Hosen, GangstaKlamotten, „Grinsen verboten, Provinzidoten“. Das Album der Hamburger ist gut, ja, sogar öffentlich hörbar (was nicht immer so war). Zwei Kracher sind auch dabei. Für Freunde protziger Bassboxen: „Aufgewacht, hier kommt Lauterbach!“ AG

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POP The Wedding Present, Take Fountain (Stickman/Indigo). 1987 veröffentlichen The Wedding Present „George Best“: ein Denkmal für den legendären Fußballer und eine der besten Platten des Jahrzehnts. Die Gitarren schnarren noch immer, die Melodien sind hymnenselig, und der Gesang von David Gedge ist so schneidend scharf wie damals. Seine Freundin, mit der er die Band Cinerama betrieb, hat ihn verlassen, er trauert ihr mit energiegeladenem Blues nach. Ein sehr britischer Noisepop, der durch Gedges Umzug nach Seattle gewonnen hat. chs

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POP Keimzeit , Privates Kino (Pirate) Die Gitarren sägen, heulen, malen verzerrte Wehmutsgirlanden in die Luft. So rockig hat das Sextett um Sänger Norbert Leisegang lange nicht geklungen – und kann doch eine gewisse Milde nicht verhehlen. Aber zu viel Lakonie kann auch ins Auge gehen wie Songs über „ganz normale Frauen“ und „Tage ohne Sex“ schmerzhaft belegen. Auch das Poetengesäusel („das größte Leinwandkino spielt sich hinter meinen Augen ab“) nervt. Die Band war mal klüger, das Recht auf Uncoolness in der Rockmusik zu verteidigen. KM

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