Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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TECHNO Alec Empire, The Futurist (DHR) Unter den TechnoDJs, deren Wurzeln in den Punk zurückreichen, war Alexander Wilke alias Alec Empire immer der radikalste. Als Kopf von Atari Teenage Riot bastelte er am Soundtrack für die kommende Revolution – hart, verzerrt und übersteuert, ein hysterisches Lärmungeheuer. Daran meißelt der 32-Jährige nun alleine weiter und beschwört mit kreischenden Polit-Attacken eine düstere Zukunft. Man meint einer röhrenden Heavy-Metal- Band zuzuhören, wenn nicht die virtuos verschachtelten Breakbeats wären, die eine aufregende Spannung erzeugen.KM

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POP Noël , Wrong Places (Lok/Hausmusik) Noël Rademacher ist mit der Musik der Beatles aufgewachsen. Angeblich besaßen seine Eltern unveröffentlichte Bänder der Fab Four aus ihrer Zeit im Hamburger „Star Club“. Eine hübsche Legende. Die Affinität zur Pubertätsphase des Pop ist dem ehemaligen Schlagzeuger der Berliner Bands Mina und Contriva anzuhören, auch wenn sein Solo-Debüt alles andere als rüschenhemdhaft nostalgisch daherkommt. Aber es gibt Handclapping- Rhythmen, schwelgerische Arrangements mit Vibrafon und Orgel, perfekte Melodien. Und Noël singt fast so nöhlig zerdehnt wie Lennon. Yeah! chs

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