Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

-

POP Mariannenplatz, Keine Zeichen

(Ulfton) Wer den Schneid hat, sich nach dem legendären Kreuzberger Krawall Platz zu benennen, will entweder Rio Reiser beerben oder sich lächerlich machen. Das Quintett lässt leider einen Zug ins Schwülstige erkennen, wenn es seine Punk-Wurzeln abstreift, um grundsätzliche Gedanken in Popsongs zu kleiden. Für Berliner Verhältnisse eigentlich zu gewöhnlich. Trotzdem sind ein paar mitreißende Melodien auf diesem Debüt zu hören. KM

* * *

JAZZ Jazzindeed with Michael Schiefel , Blaue Augen (ACT) Selten klang die Neue Deutsche Welle so zerpflückt und reif. Wenn Michael Schiefel „Blaue Augen“ von Ideal haucht oder Rio Reisers „Alles Lüge“ an den imaginären Kronleuchter hängt, hören sich die Achtziger wie eine schwebende Frage an. Der begnadet theatralische Jazzsänger entledigt sich der Härte und schroffen Felsigkeit der Pop-Originale und entdeckt ihren romantischen Kern. Die Band schlendert gelassen durch das Material einer versunkenen Kälte. KM

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben