Kultur : HÖRTEST

Neue CDs

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POP M.I.A., „Arular“ (XL/Beggars)

An diesem Bastard aus Dancehall, HipHop, Bhangra und Grime wird man nicht vorbeikommen: M.I.A. alias Maya Arulpragasam, in London geborene, in Sri Lanka aufgewachsene und vor dem Bürgerkrieg wieder nach England geflohene Tamilin, programmiert Beats wie umstürzende Baumstämme: darum ein Dickicht aus SpielkonsolenGefiepe, Steeldrum-Samples und Synthie-Fanfaren wuchert. Zu hypnotischen Melodiefetzen bellt sie Textchiffren über Dschungelguerilla und Häuserkampf. Martialische Inhalte, euphorisierende Wirkung.wun

KLASSIK Denis Matsuev, „Tribute to Horowitz“ (RCA)

In früheren Zeiten zahlten Völker Tribute, um Unabhängigkeit zu bewahren. Auch der „Tribute to Horowitz“, den Denis Matsuev auf seiner Debüt-CD zollt, beweist vor allem seine Eigenständigkeit. Der 30-jährige Russe ist der große Romantiker unter den jungen Pianisten und etabliert sich auf Anhieb als der größte Liszt-Interpret seiner Generation: Mit ebenso kraftvollem wie zärtlichem Klang zwingt er Hysterie und Poesie in der Dante-Sonate, Schauder und Verführung im Mephisto-Walzer zusammen. Grandios. jök

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