Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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JAZZ Nils Wülker, My Game (Ear Treat ) Samtweicher Trompetenton, fliegende Streicher, singende Basslinien und Besen, die übers Fell wischen – Nils Wülker sieht zwar nicht aus wie ein JazzDandy, doch seine Musik tropft so friedlich- süß ins Ohr, als bräuchte sie sich um die Wirklichkeit nicht zu kümmern. Jazz zum Wohlfühlen. Toll, wie der Rhythmus sich immer wieder aus dem Vorgeplänkel eines Songs herausschält. Wie Melodiefäden einander umspielen. Wie die Band für kurze Akzente zusammenfindet. Das ist schön, aber harmlos. KM

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POP Diverse, Rio Reiser – Familienalbum, Band 2 (Edel) Fast zehn Jahre nach seinem Tod ist Rio Reiser zum Klassiker aufgestiegen: Seine Hits sind Pop-Allgemeingut. Freunde und Fans widmen ihm nun schon das zweite Tribut-Album, mit durchwachsenem Ergebnis. „Kinderzimmer Productions“ machen aus „Gib mir was ab“ Hiphop im Kopfnicker-Rhythmus. Reinhard Mey spricht „Zauberland“ zu Electropop. „Lass uns ein Wunder sein“ von Klee ist eine Piano-Streicher-Ballade mit hauchzartem Gesang. Daneben stehen Belanglosigkeiten von Annett Louisan, Bosse, Dorfdisko. Anrührend: ein von Claudia Roth gesprochenes Gedicht. „Ich will ich sein / Anders kann ich nicht sein.“ chs

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