Kultur : HÖRTEST

Neues aus Nürnberg und New York

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POP The Robocop Kraus , They think they are The Robocop Kraus (Epitaph) Sie haben bereits einige Platten gemacht, doch erst jetzt klingt das Nürnberger Quintett, wie es das immer gewollt hat: kühl, vertrackt, roh, mitreißend. Die Band erinnert mit ihrem verschachtelten, trickreich arrangierten PowerPop an Spandau Ballett, The Cure und Talking Heads, an eine Zeit also, in der alles möglich war. Die Songs heben ständig neue Melodie- und Soundschätze und sind schillernde Akkordorgien. „I saw people dancing / With their seatbelts on“, heißt es einmal. Ein absolutes Erweckungserlebnis. KM

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JAZZ The Bad Plus, Suspicious Activity? (SonyBMG) Sie sind die amerikanische Antwort auf den skandinavischen Turnschuh-Jazz. Wie das Esbjörn Svensson Trio spannen Pianist Ethan Iverson, Bassist Reid Anderson und Drummer David King auf ihrer dritten Platte erneut dramatische Spannungsbögen. Dabei entfalten die New Yorker, die gerne mal Songs von Nirvana und Abba ausschlachten, die Wucht einer Rockband – roh, hymnisch. Es brodelt, dampft und zischt in diesem Hochdrucktopf. Dass sie die kubistische Sprache des urbanen Post-Bop beherrschen, demonstrieren sie auch. Am Ende richten sie Vangelis’ „Chariots of Fire“ hin. KM

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