Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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HIPHOP Quio, Like Oooh!

(Agf Producktion/MDM) Eine wundervoll verspielte Hinterhofkreation ist das Debütalbum der Berliner Rapperin Quio. Vom Aufgetrumpfe der genreüblichen Ich-bin-der-Bringer- Songs sind Quios Auslassungen meilenweit entfernt. Stattdessen Reim- Polaroids über Freundschaften und alte Schuhe. Die Beats sind in sich gebrochene Stolpersteine, große Popmelodien werden zu Miniaturhits zerhäckselt. Super charmant und komisch. KM

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ELEKTRO Dakar & Grinser, Triumph of Flesh (Disko B) Das Duo hatte vor sechs Jahren einen Hit. Vor allem für sie selbst total überraschend. Danach lösten sie sich auf. Nun kommen sie mit einer Tanzplatte zurück, die auch von einer Country Band stammen könnte, zumindest äußerlich. Die Songs sind funky wummernde Big- Beat-Gebilde, sparsam dramaturgisiert, mitreißend. Nur der breit-hymnische Gesang stört zuweilen. KM

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POP Angie Reed, XYZ Frequenzy

(Chicks on Speed Records) Schrammelige Gitarren, Frickelelektro, Human Beatbox oder Punk. Die Allround-Künstlerin Reed – Malerin, Ex-Bassistin von Stereo Total – verpackt ihre skurrilen Anekdoten einer schmutzigen Nonne oder Gala-lesendem Punk äußerst experimentierfreudig und mit kindlich-sexy Stimme. Und ihr Disco-Hit „Hustle a Hustler“ macht Madonnas „Hung Up“ Konkurrenz. Trashiges, sehr unterhaltsames Gesamtkunstwerk. ah

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