Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

KM

POP AK4711 , Erste Hilfe (Grönland) Auf der Bühne ist diese Newcomer-Band aus Hamburg und Berlin der Bringer. Jeder Song eine Idee, ohne viel Federlesen arrangiert. Das knallt. Doch schrammt das Quartett auch haarscharf daran vorbei, sich genau so zu geben, wie man es von einer jungen ehrgeizigen Frauenband erwartet: schrill, wuchtig, aber nicht zu widerspenstig. „Ich will keine Erste Hilfe/ Ich will keinen schnellen Wichs“, singt Punk-Göre Anja etwas ungelenk. Die 13 Songs ihres Debüts sind mitreißend, kantig und NDW-kompakt. Doch ist das nicht mehr als die Summe aller Effekte.

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POP Di Grine Kuzine, Berlin Wedding

(Skycap) Dass Klezmer zwar Folklore ist, aber deshalb noch lange nicht unmodern sein muss, demonstriert das Quintett auf seinem vierten Album. Neben einer flotten Homage an Berlin („Wie sehr hast du schon gelitten/ Unter Teufeln, die dich ritten/ Die sind tot und du bist da/ Jaaah.“) und einer deftig orientalischen Wedding-Reise verquirlt die Band das Kreischen balkanischer Veitstänze mit der Schwermut des Blues. Sogar Hip-Hop hat in diesem Clarinetten-Tuba-Akkordeon-Universum Platz. Überraschender Stil-Zirkus. KM

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