Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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HIPHOP Caiman , Blau Luxemburg (Vegaz Record s) Die Anspielung auf Rosa Luxemburg ist kein Zufall. Blau, das alter Ego des Frankfurter Rappers Caiman, der heute in Berlin lebt, bringt das Soziale zurück in die von Präpotenz beherrschte Szene. Melancholisch erzählt er von Verlierern, Verzweifelten und Selbstmordattentätern in Einkaufszeilen. Ein in Moll gehaltenes Album, in dem die Bässe nicht alles niederwalzen, sondern auch mal Violinen streichen, Pianos klimpern und Gitarren gezupft werden. lich

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ROCK Photonensurfer, Neue Weltordnung (Motor Music) Im Prinzip ist das Schlagermusik. Das Rockige wandert in diese Musik durch verzerrte Gitarren und einen gewissen Hang zur Nasalität ein. Sänger Dirk Jahrens dehnt und biegt die Vokale, streckt und biegt sich selbst in dem Bemühen, den aalglatten Texten etwas Dreckiges, Ungestümes zu verleihen. Das taugt zu nichts. Denn den Songs des Berliner Liedermachers fehlt es an Widerhaken. Das Ungemach ist blasse Pose. Zahm wirken selbst Kracher wie „Retortenwelt“, wo Jahrens von Bleigewichten hinabgezogen wird. Und jault und wimmert. KM

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