Kultur : HÖRTEST

Neue CDs aus Berlin

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JAZZ Till Brönner, Oceana (Verve/Universal), VÖ: 28. 4. An Demarkationslinien hat sich der Trompetenstar nie gehalten. Ob seine Musik „Jazz“ oder „Pop“ genannt wurde, konnte ihm egal sein – seine zwischen Bebop, Cool und Hiphop changierenden Platten brachten es locker in die Charts. Nun klingt er entspannter denn je: Brönners zehntes Studioalbum, aufgenommen in Hollywood unter der Regie des Produzenten Larry Klein, huldigt der Schönheit des Augenblicks. Carla Bruni haucht Leonard Cohens „Secret Life“, Luciana Souza seufzt den Bossa-Nova-Klassiker „Pra dizer adeus“. Und Brönner lässt seine Trompete sprechen: säuselnd sanft, virtuos, schwermütig. chs

POP Schneider TM , Skoda Mluvit (City Slang) „Ich hänge Mikrofone aus dem Fenster und habe dann wunderschöne Industrial-Noise-Stücke“, hat der Indierock-Pionier der „taz“ gesagt. „Das ist für mich schönere Musik als die, an der man wirklich hart gearbeitet hat, weil ich sie mir anhören kann als etwas, das vom Himmel gefallen ist.“ Das dritte Soloalbum des ehemaligen Hip-Young-Things-Gitarristen versammelt viele merkwürdige Geräusche: Es pluckert und knistert, rauscht und bröselt. Und inmitten dieser Mixtur aus Krautrock und Minimalelektronik zirpt immer wieder eine Akustikgitarre, nöhlt eine nasale Stimme. Himmlische Heimwerkermusik. chs

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