Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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JAZZ Michael Schiefel, Don’t Touch My Animals (ACT) Das Prinzip stammt von Vocalakrobat Bobby McFerrin: komplexe Popsongs aus einer Stimme zusammensetzen. Das können nur die Großen. Und Schiefel, ein Virtuose seines Faches, brilliert mit ungemein groovigen, witzig-hintergründigen Swing- und Funk- nummern, bei denen er jeden Ton, die grummelnden Bässe, die Backgroundchöre und Effekte selbst eingesungen hat. Schicht für Schicht. Große Kunst, der man ebenso viel Erfolg wünscht wie McFerrin. KM

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POP Maximilian Hecker, I’ll Be A Virgin, I’ll Be A Mountain (V2) Überraschung: Maximilian Hecker kann auch richtig singen. Bislang kannte man ihn ausschließlich fistelnd und falsettierend, auf dem vierten Album des Singer/Songwriters kommt nun auch seine dunkel vibrierende Bruststimme zum Einsatz. Heckers Songs bleiben, was sie waren: von Schwermut durchtränkte, betörend melodiöse und sehr langsame Gitarrenpianoballaden über die Liebe („Your Stammering Kisses“) und das Recht auf Infantilität („Feel Like Children“). Hammondorgeln zitieren die Sixties, Waldhörner blöken romantisch. Ideale Herbstplatte (erscheint am 22. 9) . chs

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