Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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JAZZ Jocelyn B. Smith, Expressionzz (Soulfood) Die Wurzeln der gebürtigen Amerikanerin, die seit 1984 in Berlin lebt, liegen in Soul und Funk. Aber auch klassischem Terrain sowie Musical-Bühnen fühlt sich die stimmgewaltige Sängerin vertraut. Leider will sie das jetzt allen auch zeigen. Die Live-CD, aufgenommen im Tränenpalast, ist eine Querfeldein-Rallye durch Jazz-Balladen, soulige Funk-Nummern, Worldmusik-Gefilde und spirituelle Erlösungslyrik. Im Titeltrack erinnert sie an Joni Mitchell, was toll klingt, aber das verliert sich gleich wieder in länglich-melancholischen Instrumentalpassagen. KM

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POP Degas/Weiser, Heimat – Von fern so nah (Piranha) Verquere Stilblüten – Popmusik lebt davon. Zuletzt zeigte die französische Band Nouvelle Vague, wie mühelos man eine Punk-Hymne wie „To Drunk To Fuck“ in eine swingende Bossa-Nova-Preziose veredeln kann. Der brasilianische Gitarrist Jorge Degas und der deutsche Perkussionist Andreas Weiser wagen etwas ähnlich Schräges: Deutsche Volkslieder werden mit brasilianischer Rhythmik verbunden. Blubbernde Tablas und filigrane Gitarren-Patterns verwandeln „Heideröslein“ oder das Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ in elegant groovende Popsongs. HL

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