Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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JAZZ David Friesen/Uwe Kropinski, Made with Friends (Jazzwerkstatt) Schon der Titel glänzt in öliger Selbstgefälligkeit. Eine Platte von Freunden für Freunde... Doch auf mehr als dieses aalglatte Zuneigungsbekenntnis können sich Bassist Friesen und sein Gitarrenkollege Kropinski nicht verständigen. Das durch Conny Bauer (Posaune) und John Gross (Tenorsax) verstärkte Duo rutscht und schlittert durch butterweiche Balladen, die viel zu gediegen sind, um aus den länglichen Improvisationen mehr als Innerlichkeitsgeschmiere herauszuhören. Es finde „Kommunikation auf einer Ebene statt“, loben sich die beiden Virtuosen selbst, „die man nicht unter Kontrolle hat.“ Denkste. KM

BLUES The Love Gloves, Delta Roll (New Music Distribution ) Der Blues war schon immer da, er ist mindestens so alt wie der Mississippi. Stilistische Innovationen braucht man von dieser Musik nicht zu erwarten, die Love Gloves versuchen es zum Glück auch nicht und spielen den Blues so, wie er sein muss: roh, minimalistisch, stoisch. Die Mundharmonika quietscht wie ein anfahrender Zug, die Gitarren bollern, Sänger Keith Dunn, ein Berliner aus Boston,schmachtet: „Elevate Me, Baby“. Die Band spielt Klassiker wie „Who Do You Love“, genregetreue Eigenkompositionen und verwandelt Lou Reeds Drogenhymne „Waiting For My Man“ in eine knochentockene Deltaballade. chs

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