Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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JAZZ Andreas Schmidt, Hommage á Tristano (Konnex Records) Es ist eine Unart, CD-Cover für Klappentexte zu benutzen. Wem soll das Lob von Musikerkollegen imponieren, das dort nachzulesen ist? Zumal Pianist Schmidt den Beistand nicht gebraucht hätte. Wer das Präludium einer Cello-Suite von Bach so spielen kann, dass es wie ein zerzaustes Jazz-Solo klingt und sich nahtlos in eine Lennie-Tristano-Komposition einfügt, der kann was. Schmidt ist mit seinem Piano-Trio ein mutig-schillerndes Album gelungen. KM

POP Bruno Franceschini, Du kannst das alles haben (Kook) Der Italo-Pop hat einen miesen Ruf. Zu Recht. Das südländische Gemüt neigt zum Schönsingen, und offenbar bändigt nicht einmal ein Viertel wie Prenzlauer Berg die gefühlsduselige Seelenlage. „Ich bin ein Brötchen in der Brandung“, singt Bruno Franceschini mit dem voll entwickelten Pathos des Capri- Fischers. Sein Debüt ist ein so grässlich missglücktes, metaphernschiefes Singer/Songwriter-Machwerk, dass man die Band für ihre ansonsten charmanten Reggae- und Folkrocksongs bedauert. KM

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