Kultur : HÖRTEST

Musik aus Berlin

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POP Casa Electro Novo, Up Late! (Edel)

Er ist Alleinunterhalter. Alles, was der Wahlberliner Mark C. Smith braucht, hat er in einem Koffer dabei. „Ich brauche es nur einzustöpseln“, sagt der Amerikaner, der über tolle Mädchen in Magazinen singt, über einen Maler, der die richtige Fabfolge zu finden versucht, und über das, was ihm, dem Partytier, am nächsten ist: „Nightlife“. Das Laptop quiekt, der Bass brüllt, der Synthie zieht Fäden wie eine zerplatzte Kaugummiblase. Na, toll! KM

JAZZ Carsten Daerr & Daniel Erdmann, Berlin Calling (ACT) Der Sound von Berlin: sehr wechselhaft. Nervös vibrierende Klavierakkorde vereinigen sich mit einer schrill quietschenden Saxofon zum lärmenden Crescendo. Dann bricht das Getöse ab, eine Ballade mit perlender Cooljazzgitarre setzt ein. Die Stücke, die der 31-jährige Pianist Daerr und der 33-jährige Saxofonist Erdmann mit vier ähnlich jungen Freunden aufgenommen haben, heißen „Görlitzer Park“, „Blume in Asphalt“ oder „Psychobraut“. Entspannter, souverän vorgetragener Großstadtjazz. Einmal brüllen die Musiker sogar: „Wir fühlen uns gut, wir steh’n auf Berlin.“ Man hört es. chs

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