Kultur : Hokuspokus für alle

CARLA RHODE

Warum um alles in der Welt akzeptieren sie bloß solche Rollen? Nicole Kidman, derzeit brilliert sie am Broadway in einer Schnitzler-Inszenierung, hat wahrlich Besseres verdient als diese schwachsinnige Hexennummer, ebenfalls Partnerin Sandra Bullock, in ihrer Generation eine der wandlungsfähigsten Schauspielerinnen überhaupt.In Griffin Dunnes verworrener Inszenierung spielen sie zwei magie-begabte Schwestern, denen gerade diese Talente zum Fluch werden.Sie wünschen sich nichts mehr als ein normales Leben, und doch müssen alle Männer, in die sie sich verlieben, eines frühen Todes sterben.

Ein Märchenfilm also? Das ginge noch an.Doch gerade das will diese Verfilmung eines Alice-Hoffman-Romans gar nicht sein.Hier wird eine krude Mixtur aus Esoterik, Horror und Zauberei angerührt, deren Kitsch einem schier den Atem stocken läßt.Da werden in einem mächtigen Kessel unter dem Gemurmel von Zaubersprüchen Liebestränke und Wunderheilmittel gebraut, ein Hexensabbat wird veranstaltet und auch sonst noch allerlei Hokuspokus, ein Untoter (Goran Visnjic), angeblich aus Transsylvanien, geistert herum und betreibt die böse Variante der Magie.

Sally (Sandra Bullock) und Gillian (Nicole Kidman) sollen gute und harmlose Hexchen sein, entsprechend süß und zuckrig sehen sie auch aus.Immerhin sind die beiden Stars ebenso liebevoll durchgestylt wie ihr perfektes Hexenhaus, eine mit exotischen Pflanzen, Kräutern, Spinnrad und Webstuhl ausstaffierte viktorianische Villa.Zu deren Inventar gehören auch zwei schrullige, aber stets gut gelaunte Tanten (Dianne Wiest, Stockard Channing).Sympathische Zauberinnen auch sie, nicht zuletzt deshalb, weil sie den ganzen Spuk um sie herum nicht sonderlich ernst nehmen.Doch ein exzellentes Schauspielerinnen-Quartett wurde hier glatt mißbraucht.

Auf 17 Berliner Leinwänden; Kurbel (OV)

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