Kultur : Holocaust-Mahnmal: SPD will Beschluß vor dem Sommer

Für das Holocaust-Mahnmal ist angesichts der jüngsten Variante des Eisenman-Entwurfs unter Umständen einer neuer, begrenzter Wettbewerb erforderlich.Das erklärte Knut Nevermann vom Bundeskanzleramt am Sonnabend in der Fraktionsklausur der Berliner SPD in Weimar.Man wolle dies politisch nicht, es könne aber aus rechtlichen Gründen nötig sein.Die Frage werde geprüft.Nevermann, Mitarbeiter des Kulturbeauftragten Michael Naumann, nannte das Ob des Mahnmals und den Standort am Brandenburger Tor "irreversibel" und verteidigte die Kombination von Mahnmal und Ausstellungsstätte samt Bibliothek.Auch vorbehaltlich eines neuen Wettbewerbs könne der Bundestag im Mai entscheiden.Die SPD-Fraktion forderte nach den Worten von Fraktionschef Klaus Böger den Bundestag zu einer Entscheidung vor der Sommerpause auf, die nicht in den Berliner Wahlkampf gezogen werden solle.Die SPD stehe zur Entscheidungskompetenz des Bundestages, zum Standort und zur Verbindung des Mahnmals mit einer "aktiven Erinnerung".Einen neuen Wettbewerb wolle man nicht, aber über die Größe des Bibliotheksgebäudes sei nachzudenken.

Nevermann deutete an, daß die Verdoppelung der Hauptstadtkulturförderung von 60 auf 120 Millionen DM in diesem Jahr die Ausnahme bleibt.Er sehe für 2000 "eher ein Signal in die andere Richtung".Der Hauptstadtvertrag läuft 1999 aus und muß neu ausgehandelt werden.Nevermann kündigte eine neue Struktur für die Aufteilung der Mittel an.Der Koordinierungsrat Bund-Berlin habe sich nicht bewährt.Man wolle die Vergabe einer neuen GmbH überlassen, in die auch der Rat der Künste institutionell eingebunden werde.Bei einer gewissen Mitfinanzierung der Gedenkstätten und sowjetischen Ehrenmäler sowie des Hauses der Kulturen der Welt in Tiergarten werde es bleiben.

Heftige Kritik äußerte Nevermann an der Vertragskündigung des Intendanten Thomas Langhoff vom Deutschen Theater durch Kultursenator Peter Radunski (CDU) ohne Konsens mit dem Koalitionspartner, noch zumal in Wahlkampfzeiten.Eine so wichtige Frage wie die Intendantennachfolge solle man auch nicht ohne Beteiligung des Bundes als Mitfinanzier entscheiden.Das gelte auch für Nachfolge Götz Friedrichs (Deutsche Oper Berlin).Entscheidungen von zentraler Bedeutung dürften nicht parteitaktisch motiviert sein. Gru

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