Kultur : Holocaust-Mahnmal: Wird es überhaupt gebaut - und wann?

Wenige Tage vor der für Ende März angekündigten Entscheidung unter den vier noch in der Auswahl verbliebenen Entwürfen für das zentrale Holocaust-Mahnmal in Berlin wächst die Unsicherheit, ob es überhaupt zu einer Entscheidung kommen oder aber ob die Errichtung des Mahnmals auf unbestimmte Zeit verschoben wird.Anlaß zu entsprechenden Gerüchten haben Äußerungen des Regierenden Bürgermeisters Diepgen gegeben, der Zweifel daran geäußert hat, daß es möglich sei, "sich mit diesem Grauen künstlerisch auseinanderzusetzen".Sein Sprecher Butz erläuterte dazu, daß der kürzliche Besuch Diepgens in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zu diesen Überlegungen geführt habe.Es dürfe keinen Zeitdruck geben.Die vorliegenden Entwürfe überzeugten "ja niemand so recht".Demgegenüber betonten der Leiter der Kulturabteilung im Bundesinnenministerium (und Vertraute von Bundeskanzler Kohl), Wolfgang Bergsdorf, ebenso wie ein Sprecher von Kanzleramtsminister Anton Pfeifer auf Nachfrage, die Bundesregierung wolle und werde an ihrer grundsätzlichen Einstellung festhalten.Vereinbart zwischen den Auslobern sei, daß Richard Serra und Peter Eisenman ihren Entwurf, der ursprünglich ein Feld von 4000 Stelen unterschiedlicher Größe vorsah, überarbeiten sollen.Einen festen Termin für die Abgabe der Überarbeitung gebe es nicht, doch wollten sich die Auslober unmittelbar im Anschluß zur Beratung versammeln.Die Bundesregierung halte daran fest, daß das Holocaust-Mahnmal auf dem vorgesehenen Gelände südlich des Brandenburger Tores gebaut werden solle und daß der Bund das Grundstück unentgeltlich zur Verfügung stelle sowie sich in der vorgesehenen Weise an der Finanzierung der Mahnmalserrichtung beteilige.Bergsdorf kündigte eine Entscheidung für den vorgesehenen Zeitpunkt "Ende März, Anfang April" an und äußerte sich "zuversichtlich, daß es dann zu einer Entscheidung kommt". BS

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