Hotel de Rome : Sicher wie in der Bank

Das Hotel de Rome am Bebelplatz war einmal eine Bank. Zeugnisse davon finden sich an allen Ecken und Enden, eingerichtet wurde das Haus nach dem Motto: "Altes bleibt alt, Neues ist neu".

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Mondän. Neben der Holztäfelung blieben im Hotel de Rome noch viele andere historische Zeugnisse erhalten.
Mondän. Neben der Holztäfelung blieben im Hotel de Rome noch viele andere historische Zeugnisse erhalten.Foto: Mike Wolff

Wer hier schläft, sollte ein entspanntes Verhältnis zum Geld haben. Denn das silberfarbene Design des Bettes mit seinen Nieten erinnert an Münzen und die schweren Türen lassen an Tresore denken. Dass das Hotel de Rome im früheren Stammsitz der Dresdner Bank von 1889 am Bebelplatz residiert, merkt man dem Luxushotel mit seinen 146 Zimmern und dem Einrichtungskonzept „Altes bleibt alt, Neues ist neu“ an vielen Stellen an. So ist im einstigen Tresorraum heute ein Teil des Spa-Bereichs untergebracht, der frühere Juwelenraum beherbergt das Schwimmbad, und die Fliesen haben die Größe von Schließfächern.

Was nach einem Dagobert’schen Goldmünzentraum klingt, hat schon Schauspielern wie Hugh Jackman, Ben Stiller, Lucy Liu und Sigourney Weaver gefallen. Im Art-Déco-Stil der 20er ist vieles in Schwarz, Dunkelblau und Rot gehalten, trotz des historischen Hauses fehlen dicke Teppiche und Kronleuchter, die moderne Formsprache überwiegt.

Auch ein erfolgreicher deutscher Film wurde hier gedreht: In einer Szene des Films „Keinohrhasen“ von 2007 fällt die von Til Schweiger gespielte Hauptfigur durch die Glaskuppel des Hotels, mitten hinein in die Torte eines Paares (Yvonne Catterfeld und Wladimir Klitschko), das gerade Verlobung feiert. Wer heute im Festsaal zur Glasdecke hinaufschaut, findet davon natürlich keine Spuren mehr. Geschichte gibt es aber zu entdecken, wenn man sich Räumlichkeiten wie die „Opera Suite“ etwas genauer anschaut. Einst war hier das Büro von Dresdner- Bank-Gründer Eugen Gutmann, und in den alten Eichenholz-Paneelen sind noch Einschläge aus dem Krieg zu erkennen. Das dürfte einen Onkel Dagobert im leinenbezogenen Münzgeldbett zwar kaum aus süßen Träumen reißen. Vermutlich würde der Schlaf der geizigen Ente durch etwas anderes gestört: Die reinen Übernachtungspreise für die Suiten liegen zwischen 1800 und 4100 Euro.

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