Kultur : Hubbard/ Birchler

Michaela Nolte

Eine junge Frau wäscht sich nachts im Swimmingpool das Gesicht, eine ältere Frau schwimmt am Tage ihre Bahnen und ein Gärtner fischt einen immensen Tierkadaver heraus. Drei Menschen, zwei Rehe, ein Haus und der Swimmingpool sind die Protagonisten in Teresa Hubbards und Alexander Birchlers neuer Video-Installation (60 000 Euro, 6er-Auflage). Sie verdichtet das Geschehen von 24 Stunden auf 20 Minuten, die Stimmung jedoch bleibt tags wie nachts dunkel und vage wie in einem Traum. Gab es hier einen Unglücksfall? Ist alles nur Erinnerung? Die beiden Frauen ähneln einander, tragen ein und dieselbe Strickweste und spielen am Wurlitzer-Flügel das gleiche Klavierstück. Irgendwo im Off spinnen sich unsichtbar rote Fäden zusammen; greifbar sind sie nicht. Die hochartifiziellen Bildräume – sonst das Markenzeichen der 1965 geborenen Irin und des 1962 geborenen Schweizers – wirken diesmal fast realistisch, obwohl sie ohne Sprache auskommen. Dass Hubbard und Birchler auch mit Worten eindringliche Bilder zaubern können, zeigt das Episoden-Video „Night Shift“ (25 000 Euro, Auflage 6), das nur an diesem Wochenende im Projektraum zu sehen ist.

Galerie Barbara Thumm, Dircksenstraße 41, bis 27. Mai; Dienstag bis Freitag 11 – 18 Uhr, Sonnabend 13 – 18 Uhr.

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