Kultur : Humboldt-Forum wird im Labor getestet

Ein Labor für das Humboldt-Forum soll in den nächsten vier Jahren klären, wie ein schlüssiges Konzept für die ethnologischen Sammlungen im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss aussehen kann. Das war die Neuigkeit, die Projektleiter Martin Heller am Dienstag verkündete. Im Tandem mit Hortensia Völckers, die im Namen der Kulturstiftung des Bundes die finanzielle Absicherung des Projekts bekannt gab. Der Stiftungsrat vergibt aus dem jährlichen Etat 4,125 Millionen Euro für das interdisziplinäre Projekt.

Heller hat eine Art „Probebühne“ im Sinn, auf der man sich ausgewählte Exponate vornimmt, um die kuratorischen Möglichkeiten für ein Gesamtkonzept auszuloten – „Taschen“-Ausstellungen heißen sie bei Heller. Angesiedelt ist das Labor bei den Dahlemer Museen, „weil dort Flächen frei werden und man nah an den Objekten ist.“. Es geht um inhaltliche Erkundungen, die schon im Januar beginnen sollen. Grundsätzliches wie die Ausgliederung der islamischen Sammlungen würde nicht mehr infrage gestellt.

Im Beirat für das Labor, dessen Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, sitzt unter anderem die Kulturstiftung. Sie informierte auch über die Vergabe ihrer übrigen Fördermittel im Gesamtumfang von 15,3 Millionen Euro. So werden das Theatertreffen und die Berlin Biennale als „kulturelle Leuchttürme“ mit jeweils 2,5 Millionen Euro (Biennale) und 1,5 Millionen Euro (Theatertreffen) unterstützt. 252 000 Euro gibt es für ein „Requiem für Auschwitz“, in dessen Mittelpunkt das Chor- und Orchesterwerk des niederländischen Sinto-Komponisten Roger ‚Moreno’ Rathgeb steht und das von den Roma und Sinti Philharmonikern Frankfurt aufgeführt wird. Die interdisziplinäre Fachjury entschied sich außerdem für 38 Projekte mit einem Fördervolumen von 5,43 Millionen Euro, darunter eine Ausstellung des Berliner Fotografen Michael Schmidt im Leverkusener Museum Morsbroich, das Dokumentarfilmfestival München, die Ruhrtriennale in Essen und das Kölner Literaturhaus. cmx

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