Kultur : „Ich fand einfach keinen Regisseur“

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Herr Spacey, warum spielen Sie den Popsänger Bobby Darin?

Es fing alles mit meiner Mutter an. Sie war ein großer BobbyDarin-Fan. Ich bin mit dem Sound von Bobby Darin, Frank Sinatra oder Ella Fitzgerald aufgewachsen, während meine Freunde eher modernere Musik gehört haben.

Nachdem das Projekt über zehn Jahre bei Warner auf Eis lag, haben Sie den Film unabhängig produziert…

Vielleicht ist es die einzige Möglichkeit, wie solche Filme überhaupt noch gemacht werden können. Als ich versucht habe, in Hollywood das Geld für den Film zusammenzubekommen, haben die Studios immer gesagt: Tolles Skript, aber wer kennt schon Bobby Darin? Ich habe dann immer geantwortet: Wer kannte schon Forrest Gump?

Schauspieler, Sänger, Produzent und Regisseur - ist das nicht etwas viel auf einmal?

In der US-Presse wurde geunkt, dass es bei diesem Projekt nur um meine Eitelkeit gehe. Aber es hat sich einfach so ergeben, dass ich immer mehr Verantwortung übernehmen musste. Ich wollte gar nicht selbst Regie führen, aber ich habe einfach keinen Regisseur gefunden, der zu dem Projekt passte.

Immer mehr Schauspieler werden zu Produzenten. Ist das ein Trend, die hohen Hollywood-Gagen dazu zu benutzen, um Filme zu finanzieren, die Hollywood nie drehen würde?

Das gab es schon immer. Auch Burt Lancaster, Jack Lemon oder Frank Sinatra haben ihre Filme selbst produziert. Als Schauspieler merkt man schnell, dass man im Prozess des Filmemachens wenig zu sagen hat. Aber wenn ein Film nicht funktioniert, bekommt man trotzdem die Schläge ab.

Warum haben Sie den Film komplett in Berlin und Babelsberg gedreht?

Geld - das ist die kurze Antwort. Wir haben Zuschüsse aus den deutschen Filmfonds bekommen.

Interview: Martin Schwickert

Kevin Spacey , 45,

wurde für „Die üblichen Verdächtigen“ und „American Beauty“ mit zwei Oscars ausgezeichnet. Er leitet das Old Vic Theatre in London.

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