Kultur : Im Namen des Kürbis

Christiane Rösinger

gruselt es vor Halloween Es ist wieder soweit. Zombies, Vampire und Monster aller Art schwärmen aus, hohl grinsen Kürbisse in jedem Supermarkt. Während die Ethnologen angesichts dieser Halloweenmode fasziniert das Entstehen neuen Brauchtums beobachten, fürchten Kritiker die fortschreitende Amerikanisierung unserer Kultur. Ist der Kult um den großen Kürbis ein weiteres Beispiel für unsere Anbiederung an den angelsächsischen Kulturkreis? Sind wir Deutschen vielleicht gar nicht so antiamerikanisch wie uns gewisse Bush-Fans weismachen wollen?

Der Gruselkulturtransfer hat auch sein Gutes: Er beschert der Dekobranche gute Umsätze und bringt uns jede Menge Halloweenparties. Welche Musik gehört eigentlich zu Halloween? Kürbistechno, Gruselhouse oder Vampirblues? Das Wochenende bietet reichlich Gelegenheit, dies zu erkunden. Das SO 36 kündigt Rock’n’Roll on Elmstreet an, eine gruselige Mischung aus Rock, Pop und Trash von DJ Elvira Westwärts, eine Band und Filme. Eine Halloweenparty sollte ein bisschen spooky, also unheimlich, sein. Ein guter Ort ist da sicher auch die Insel der Jugend in Treptow. Schon die Anreise zur Funky Halloween Reopening Party kann zum Abenteuer werden, vom Parkplatz aus führt der Weg durch den dunklen Treptower Park, unter der schwingenden Abteibrücke glitzert das schwarze Wasser der Spree, ein Käuzchen ruft ....

„Feste und Rituale wandern“, sagt die moderne Ethnologie, „und jede Kultur, die sich Elementen anderer Kulturen bedient, macht etwas eigenes daraus“. Immerhin feiern wir noch das Weihnachtsfest und keine „X-mas- Party“.

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