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Kultur : Im Windkanal der Neuen Welt Mariss Jansons &

06.06.2012 00:00 Uhrvon
Mariss Jansons dirigiert Schönberg, Strawinsky, Barber und Varèse. Foto: BorggreveBild vergrößern
Mariss Jansons dirigiert Schönberg, Strawinsky, Barber und Varèse. Foto: Borggreve

„sein“ Concertgebouw.

Vielleicht ist der lettische Dirigent Mariss Jansons gar kein Mann für die Neue Welt, für Amerika und seine vielfältigen Heilsversprechen. Vielleicht hat er sich zum Musikfest 2012 nur einladen lassen, weil er ein immer gern gesehener und gehörter Gast hier ist – und um im Amerikanischen das unverbrüchlich Europäische zu ahnden. Die Wurzeln des zähen Ausnahmemusikers jedenfalls liegen ganz im alten Europa. In Riga geboren (seine jüdische Mutter bringt ihn dort 1943 in einem Versteck zur Welt), in St. Petersburg und Wien ausgebildet, beim legendären „Dirigentenmacher“ Hans Swarowsky, kreist Jansons musikalisches Leben heute hauptsächlich um Amsterdam und München: Seit 2003 ist er Nachfolger von Lorin Maazel beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, seit 2004 leitet er zusätzlich das Königliche Concertgebouw Orchester.

Und er gastiert regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern (wie ab diesen Freitag wieder) und den Wienern sowieso. Jede Musik sei harte Arbeit, sagt das überzeugte Arbeitstier Jansons, selbst der kleinste schludrigste Wiener Walzer.

Schönberg, Strawinsky, Samuel Barber und Edgard Varèse: Das Programm, mit dem die Concertgebouw-Musiker (unterstützt von Sergej Leiferkus als Sprecher und dem Rundfunkchor Berlin) in der Philharmonie aufwarten, passt wie die Faust aufs Auge ins diesjährige Festivalprogramm. Und da man sich sicher sein kann, dass Jansons es nicht eigens für Berlin einstudiert hat, sondern aus dem Repertoire des Orchesters schöpft, sagt das auch etwas über seine Programmpolitik. Nicht stehen bleiben, sondern weitergehen. Aber auch: Nicht blindwütig Neues suchen, bloß um des Neuen willen, sondern Bezüge schaffen, Tiefenschichten freilegen. Varèses Tondichtung „Amérique“ ist dafür das transatlantische Beispiel par excellence: 1915 zieht es den jungen Franzosen in die USA, nach New York, bewusst bricht er alle Brücken hinter sich ab, gerade die ästhetischen, und entdeckt für sich die Sprache des Orchesters. Die europäische Avantgarde im Windkanal der Neuen Welt, eine Musik der entfesselten Energien, das ist „Amérique“ (4. September). Christine Lemke-Matwey

Der Vorverkauf für das Musikfest läuft. Tickets an allen bekannten Vorverkaufskassen & unter www.berlinerfestspiele.de.

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