Immanuelkirchstraße : Liebe Hunde, seid brav!

von

Muss man die Immanuelkirchstraße in Prenzlauer Berg jetzt schon als Ausgehmeile bezeichnen? Einen Club gibt es hier zwar nicht, den wird es auch nie geben – das Coffy ist tot, es lebe das neue Prenzlauer-Berg-Bürgertum! Dafür reihen sich in der Straße viele andere Läden, die zum Sitzen und Trinken einladen: Cafés, Weinläden, Buchläden, nicht zu vergessen die zwei ewigen indischen Restaurants.

Das Gehen fällt hier von der Prenzlauer Allee kommend Richtung Winsstraße enorm schwer, gerade auf der linken Seite der Straße. Dauernd stolpert man über Stühle, Tische, Bänke, selbst der englischsprachige Buchladen hat bei schönem Wetter draußen seinen Stammtisch. Drumherum soll es bitte auch schön sauber bleiben: „Dear Dogs, don’t shit here. Thanx.“ steht auf einem Schild an einem Baum. Tatsächlich sind die Hunde so freundlich und machen ihr Geschäft ein paar Bäume weiter. Auf der anderen Seite ist mehr Platz, da bleiben die Cafés Blaumond und Kaffe mit ihren Draußenmobiliar einigermaßen an der Wand, und beschallt wird man manchmal von oben aus irgendeiner Wohnung mit Metallica oder Pantera (ja, selbst in Prenzlauer Berg gibt es das noch!) Schön zu sehen, wie das Kaffe den antiquarischen Buchladen nebenan gewissermaßen unter seine Fittiche genommen hat – ein produktiver kultureller Austausch ist das: hier Bücher und Ideen, dort Café und Bier.

Auch der Weinberg an der Ecke Winsstraße ist seit einem Jahr eine Mischung aus Café und Bar geworden und hat mitunter bis Mitternacht auf. Dass es hier guten Wein gibt, versteht sich. Nur wenn man hier tatsächlich einmal versackt, fühlt es sich am nächsten Tag nie so an, als sei man wirklich aus gewesen. Ausgehen geht woanders besser.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben