Kultur : In einem Schreiben weist der Künstler Vorwürfe zurück

Der in New York lebende Künstler Hans Haacke hat sich jetzt gegen Kritik an seinem Kunstprojekt im Reichstag zur Wehr gesetzt. In einem Schreiben weist Haacke Vorwürfe zurück, er sei ein Gegner der Wiedervereinigung. "Ich bin ein glühender deutscher Verfassungspatriot. Obgleich ich seit Jahren in New York lebe, ist es mir nie in den Sinn gekommen, amerikanischer Staatsbürger zu werden." Haacke plant einen Holztrog mit Erde aus allen Wahlkreisen der Abgeordneten und der Leuchtinschrift "Der Bevölkerung" als Kontrast zur Giebelinschrift des Gebäudes "Dem deutschen Volke". Vor dem Kunstbeirats des Bundestages habe er daran erinnert, "dass ein ganz anderer Begriff des Volkes, ein dumpfer, der eine mythische Stammes- und Blutsgemeinschaft beschwört, zahllose Menschen in Deutschland und in den von Deutschen besetzten Gebieten das Leben gekostet hat". Die humanistischen Gebote des Grundgesetzes beträfen ausnahmslos alle im Gültigkeitsbereich des Grundgesetzes Lebenden. So widme er sein Werk ausdrücklich "Der Bevölkerung" der Bundesrepublik. Der Ältestenrat wird sich vermutlich an diesem Donnerstag mit dem Projekt befassen, das vor allem in der Union auf Widerstand stößt.

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