Kultur : Ingeborg-Bachmann-Preis: Georg Klein gewinnt Literaturwettbewerb in Klagenfurt

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Die Gestalten Georg Kleins sind Suchende, Verworfene, die sich oft mit panischer Angst ihrer Kraft versichern müssen. Am Sonntag hat Klein mit ihnen alles gewonnen - sein namenloser "Auszug aus einem langen Prosatext" erhielt den mit 250 000 Schilling (rund 35 000Mark) dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis bei den 24. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Damit setzte sich gegen 16 Konkurrenten der allgemein als überragend eingeschätzte Text durch - eine hochartifizielle Übung und stilistisch funkelnde Hommage an romantische Vorbilder wie E. T. A Hoffmanns Mondsuchende und -süchtige. Der mit 120 000 Schilling (etwa 17 000 DM) dotierte Preis der Jury (ehemals Preis des Landes Kärnten) ging an die in Berlin lebende Susanne Riedel, deren Roman "Kains Töchter" vom jüngsten "Literarischen Quartett" in der Luft zerrissen worden war. So wirkte die Klagenfurter Belobigung ihres medialen Liebesdialogs "Knoten" fast wie eine Trotzreaktion. Der Suhrkamp-Debütant Andreas Maier erhielt den Ernst-Willner-Preis von 100 000 Schilling (etwa 14 000 DM) für eine Lebensdiagnose im Konjunktiv, die Berlinerin Julia Franck gewann mit einer erotisch unterkühlten Dreiecksgeschichte den 3sat-Preis in Höhe von 10 000 DM. Malin Schwerdtfeger und David Wagner (neben Georg Klein der zweite Autor des Alexander Fest Verlags im Wettbewerb) wurden zwei Stipendien zu 50 000 Schilling zugesprochen.

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