Kultur : Ins Grüne

Sommerkonzerte zwischen Blankensee und Gramzow

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„Denn leicht ist die Lockung, empfänglich das Herz im Grünen“, heißt es im Schubertlied. Von dieser Maxime profitieren die Brandenburgischen Sommerkonzerte. Denn selbst wenn die „Klassiker auf Landpartie“ einem klassischen Landregen anheimfallen, bleibt das Publikum diesem speziellen Musikfest treu. Gut besetzt mit autolosen Berlinern startet der Bus am Fehrbelliner Platz in Richtung Blankensee. Dort wird improvisiert, die Kaffeetafel im Pfarrgarten der Johannischen Kirche mit Zelten geschützt. So überfüllt sind die Kremserfahrten „durch das schönste Dorf“, dass die Journalistin keinen Platz mehr findet. So genießt sie dankbar das Privileg, von einem Gemeindevertreter im Elektromobil durch das Programm der einzelnen Führungen chauffiert zu werden: vorbei an der Dorfschmiede, dem Sudermann-Schlosspark, dem Bauernmuseum in einem märkischen Haus von 1649, bis in die „Friedensstadt“, ein Siedlungswerk der Zwanziger Jahre. So sind die spontan nach der Wende gegründeten Sommerkonzerte gemeint: Musik und Begegnungen in der Kulturlandschaft Brandenburg, mit den Menschen, der Architektur, der Geschichte.

„Der ganze Bach“ lautet vollmundig der Titel des Konzerts in der Kirche. Er betrifft die Motetten BWV 225 bis 229, die zum Herrlichsten gehören, was Bach komponierte. Der Kammerchor Stuttgart singt sie unter seinem Leiter Frieder Bernius mit gefeilter Artikulation und Binnenspannung – „Jesu, meine Freude“.

Die Saison 2011 klingt am 10. September in Lebusa aus. Vorher locken Berliner Musiker wie Joachim Pliquett, Albrecht Mayer, das DSO und ein Orchester aus Prag in die Mark. Mirakulös, dass dieses Festival ohne Subventionen existiert, dank einem Kranz von Sponsoren und Helfern. Zu den Zielen gehört neben der Musik die Denkmalpflege: In Potsdam spielt die Kammerakademie (heute, Nikolaisaal, 19 Uhr) für die Garnisonkirche.

Und der Tagesspiegel lockt am kommenden Sonntag ins Grüne, ins Dorfidyll Gramzow. Nach einer Lesung von Harald Martenstein moderiert Ulrich Amling ein Konzert mit dem Countertenor Yosemeh Adjei. Sybill Mahlke

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