Kultur : Ins Kino gemogelt

Josef Schlemmer (39), Lehrer

Josef Schlemmer
Schlechter Film? Dann schläft Josef Schlemmer im Kino ein. -Foto: Mike Wolff

Mein erstes richtig großes Kinoerlebnis hatte ich in Wilhelmshaven, wo ich als Kind meine Sommerurlaube verbrachte. Ich war 13 Jahre alt und im Kino lief „Psycho II“ mit Anthony Perkins. Der Film war zwar erst ab 18 freigegeben, doch ich wollte ihn unbedingt sehen. Also zog ich ein schickes Hemd an und mogelte mich durch den Einlass. Ich war total stolz – auch wenn der Film furchtbar schlecht war.

Ich mag es, wenn in einem Film Tragik mit Humor verknüpft wird. Wie im echten Leben, da gibt es auch immer beides. Mein Favorit auf den Leserjury-Preis sollte auf jeden Fall auch ein bisschen lustig sein. Viele deutsche Produktionen gefallen mir nicht, weil der Humor darin so besserwisserisch wirkt. Wenn ein Film gut gemacht ist, nutze ich ihn gern auch pädagogisch. Als Deutschlehrer in New York habe ich meinen Schülern schon die „Feuerzangenbowle“ und „Sommersturm“ gezeigt. Wir haben toll darüber diskutiert. Ist ein Film jedoch schlecht, dann schlafe ich auch mal im Kino ein.

Aufgezeichnet von Katja Reimann

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