INSTALLATION„Dining Hall“ von Sigalit Landau : Das große Fressen

Christina Tilmann

Manchmal reicht schon ein Kunstwerk, um eine Künstlerin berühmt zu machen. „Barbed Hula“, eine Videoarbeit von 2001, in der Sigalit Landau am Strand von Tel Aviv mit einem Stacheldraht-Hulahoop-Reifen jongliert, bis ihre Taille sich nach und nach rot und röter färbt, hat Ikonenstatus bekommen – für die Situation eines Landes, in der man sich eingesperrt fühlt hinter Stacheldraht.

Nun richten die Berliner Kunst-Werke, die Landaus Arbeit zuletzt in der Ausstellung „Into me/Out of me“ gezeigt haben, der 1969 in Israel geborenen Künstlerin eine Einzelausstellung aus: zehn Jahre nach der Documenta X, die sie international bekannt machte. Die große Installation „Dining Hall“ beschäftigt sich, so Kunst-Werke-Chefin und Kuratorin Gabriele Horn, mit Nahrung, mit Orten der Nahrungsaufnahme, Alchemie, Reinigungsritualen und der Zubereitung von Speisen. Es wird, so lassen erste Bilder vermuten, eine opulente Inszenierung, an der Grenze zwischen Ekel und Kunst, skelettierte Gestalten, die an die Plastinate Gunter von Hagens erinnern. Fleisch mag man danach vielleicht nicht unbedingt mehr essen.

Parallel dazu ist in den oberen Stockwerken die ursprünglich für den Medien-Kunstverein Dortmund konzipierte Ausstellung „History will repeat itself“ zu sehen, die sich in 22 Künstlerpositionen mit der künstlerischen Strategie des Reenactments beschäftigt: mit dem Nachspielen, Nachstellen historischer oder anderer bedeutender Ereignisse. Klingt theoretischer, als es ist: Denn spielen tun doch alle gern. Christina Tilmann

Kunst-Werke, So 18.11. bis

So 13.1.2008, Di-So 12-19 Uhr,

Do 12-21 Uhr, 6 €, erm. 4 €

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