INTERDISZIPLINÄRER POP„Berlin String Theory“ : Jugend forscht

Jörg W,er

Nach der gleichnamigen, von Quantenphysikern entwickelten Theorie sind Strings klitzekleine, vibrierende, eindimensionale Teilchen, aus denen sich unsere Welt zusammensetzt. Beim Neujahrskonzert in der Volksbühne wird das Modell etwas interdisziplinär auf die heimische Popszene übertragen: Die „Berlin String Theory“ stellt den ambitionierten Versuch dar, in einem komprimierten Konzertprogramm einen Querschnitt durch den Berliner Musikuntergrund vorzustellen. Und weil es logistisch gar nicht möglich wäre, jedesmal das komplette Bandinstrumentarium aufzubauen, schicken bekannte und weniger bekannte Formationen wie Kante, Gods of Blitz, Quarks, Paula, Victoriapark, Pitchtuner, Nylon, Mamasweed, Katze oder Seeed jeweils nur einen Repräsentanten an den Start.

Begleitet werden die Akteure von einem Streichquartett – vibrierende Strings sind dabei garantiert. Ob das von den drei Strippenziehern Yaneq, Ben Lauber (Transporterraum) und Nackt (Warren Suicide) eingefädelte und moderierte Programm wirklich den disziplinierten Ansatz durchhält, mag bezweifelt werden. Aber selbst wenn die in rascher Folge eingeplanten Auftritte von Semistars wie Peter Thiessen, Elke Brauweiler, Demba Nabé, Soffy O oder Susie van der Meer im Chaos versinken, dürfte es den am Neujahrstag traditionell mild gestimmten Besuchern ziemlich schnuppe sein. Für den nachsilvesterlichen Chill Out gibt es sowieso keinen besseren Ort als das gemütliche Gestühl der Volksbühne. Und wer tatsächlich noch Bewegungsdrang verspürt, kann anschließend bei der Aftershow-Party im Roten Salon abtanzen. Jörg Wunder

Volksbühne, Di 1.1., 20 Uhr, 18 €, erm. 14 €

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