Kultur : Internationale Allianz: Der Museumspakt

Es ist ein Pakt der Giganten: Die staatliche Eremitage St. Petersburg, die Solomon R. Guggenheim Foundation New York und das Kunsthistorische Museum Wien haben am Sonntag einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Damit entstehe eine neue internationale Museenallianz, die das weltweite Ausstellungsgeschehen beeinflussen werde, sagte der Direktor des Kunsthistorischen Museums Wien, Wilfried Seipel, am Montag in Wien. Die drei Häuser wollen künftig Ausstellungen gemeinsam entwickeln und auf Reisen schicken. Dabei sollen nicht nur die Hauptstandorte der Museen genutzt werden, sondern auch Außenstellen wie die vor kurzem eröffnete Niederlassung der Eremitage in London oder die Guggenheim-Dependance Bilbao. Auch Kuratoren wollen die Partner künftig austauschen.

Die drei Institutionen verfügen zusammen über rund 4,2 Millionen Exponate und 160 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die Häuser rechneten mit wirtschaftlichen Synergien, so Seipel, finanzielle Überlegungen seien aber nicht in erster Linie ausschlaggebend gewesen für die Zusammenarbeit. Durch das neue Netzwerk entstehe ein "Organismus, in dem kulturelle Ideen zirkulieren und außerordentliche kulturhistorische Ressourcen freigesetzt" würden, sagte der Direktor der Guggenheim Foundation Thomas Krens. Dabei werden die historischen Sammlungen in Wien und St. Petersburg durch die Zusammenarbeit mit New York um die wichtigen Vertreter der Moderne ergänzt: "Das ist ein Potenzial, das von keinem anderen Museum in dieser Dichte und Qualität erreicht wird", betonen die neuen Partner. Bereits seit mehreren Monaten besteht ein Kooperationsvertrag zwischen St. Petersburg und New York. Wien ist nun der Dritte im Bunde. Als erstes gemeinsames Projekt soll eine Schau zu Impressionismus und Post-Impressionismus aus Beständen der Eremitage von Herbst an in Amerika zu sehen sein.

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