Kultur : Internationales Literaturfestival Berlin: Programm vorgestellt

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Ein ehrgeiziges Projekt: Vom 14. bis zum 24. Juni dieses Jahres wird erstmals das Internationale Literaturfestival Berlin stattfinden. Die Veranstaltung will der Literatur ein Forum bieten, wie es der Film mit der Berlinale oder das Schauspiel mit dem Theatertreffen haben. Den Vergleich mit den großen Literaturfestivals braucht sie dabei nicht zu scheuen; ihre internationale Jury hat 33 Autoren aus allen Erdteilen für das Hauptprogramm nominiert, darunter Bei Dao, Hugo Claus, Antonio Tabucchi, Rita Dove, Wilhelm Genazino, Tahar Ben Jelloun, Péter Esterhazy und James Fenton. Ihre Lesungen werden in den Sophiensälen stattfinden, die der 13 Autoren des Kinder- und Jugendliteratur-Programms im Grips-Theater und im Carrousel-Theater. Kuratoren sind unter anderen der amerikanische Dichter Charles Simic, der die Eröffnungsrede halten wird, Nadine Gordimer, Bora ¿Cosi¿c, Lars Gustafsson und D"zevad Karahasan, dessen "Tagebuch der Aussiedlung" das Motto des Festivals geliefert hat. Im "Geiste Sarajevos" soll Berlin ein "Ort der Kommunikation zwischen den Kulturen" werden und seinen Aufbruch zu einer toleranten, weltoffenen und kreativen Stadt demonstrieren, so die Vision des Festivalleiters Ulrich Schreiber. Dies bekräftigt die Kooperation mit 40 Botschaften und ausländischen Kulturinstituten. Ein weiterer Programmschwerpunkt liegt auf Begegnungen und Gesprächen mit den Gästen, die täglich in den Sophiensälen stattfinden. Dazu gibt es Filmveranstaltungen im Arsenal und im Balasz. Schließlich sollen unter dem Motto "Berlin flaggt: Poesie" 99 Gedichte überall im öffentlichen Raum, in Läden, U-Bahnhöfen oder Theatern plakatiert werden. Diese von den Autoren vorgeschlagenen Texte sollen als "Berliner Anthologie" Buchform annehmen. Die Veranstalter gehen von einem Erfolg und einer Fortsetzung des Festivals im Jahr 2002 aus.

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