Kultur : "Inventionen 2000": Sprechende Räume beim Berliner Festival Neuer Musik

dm

Nicht nur MTV hat das Monopol auf eine glückliche Vernetzung von Kunst und Technik, Musik- und Ingenieurswissenschaft. Seit 1982 bringen die "Inventionen", das Berliner Festival neuer Musik, alle zwei Jahre einen musikalischen Umgang mit Elektrotechnik ganz anderer Art zu Gehör. Auch in diesem Jahr steht wieder "konkrete" und "akusmatische" Musik im Zentrum der Veranstaltungsreihe: Musik, die Klänge im Raum zum Sprechen bringt, statt wie sonst üblich Worte zu vertonen. Das zweiwöchige Musikfest vom Berliner Künstlerprogramm des DAAD wird gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin organisiert. Seit dem 20. Juni kann man noch bis zum 2. Juli bei Klanginstallationen, Konzerten und einer Tagung erleben, was "Raumakustik", "Raumklangsteuerung" oder "Auralisation" bedeutet. In der ersten Woche sind die Sophiensäle zentraler Veranstaltungsort, wo Konzerte als Live-Performances zwischen Realraum und elektronischem Datenraum inszeniert werden. In der zweiten Woche erklingen in der Parochialkirche die "akusmatischen" oder "Lautsprecherkonzerte" des in Großbritannien entwickelten elektroakustischen Systems "beast". Sechs verschiedene Klanginstallationen sind ab heute in den Sophiensälen, der Parochialkirche, dem Haus des Lehrers und den Rathauspassagen am Roten Rathaus zu sehen und zu hören; sie bleiben bis zum Ende des Festivals aufgebaut. Höhepunkt und Abschluss der "Inventionen 2000" wird vier Wochen nach dem Ende des Hauptprogramms, am 31. August, eine Aufführung von Luigi Nonos "Prometeo" in der Philharmonie sein. Es spielen das Ensemble Modern und das Experimentalstudio des Südwestfunks.

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