Kultur : Iran: Kommt der Filmemacher Panahi bald frei?

Ein leerer Jury-Sessel, Tränen von Juliette Binoche, Proteste von Regisseuren wie vom Festival: Das Engagement der Filmfestspiele von Cannes für den seit Anfang März inhaftierten iranischen Filmemacher Jafar Panahi ist vielleicht nicht vergeblich gewesen. Nach Angaben der iranischen Opposition wird Panahi womöglich sehr bald aus dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis entlassen, vermutlich auf Kaution. So ist es jedenfalls seit Sonntagabend auf Internetseiten iranischer Oppositioneller nachzulesen; eine offizielle Bestätigung gibt es jedoch nicht.

Der 49-jährige Panahi ist selbst Anhänger der Oppositionsbewegung, ihm wird vorgeworfen, an einem regimekritischen Film über die Unruhen nach den Wahlen zu arbeiten. Er ist einer der wichtigsten unabhängigen Regisseure des Iran; für „Der Kreis“ gewann er 2000 in Venedig den Goldenen Löwen. Vor acht Tagen war Panahi in Hungerstreik getreten und hatte in einem Brief berichtet, dass er seit 77 Tagen keinen Anwalt gesehen hat und mit einigen Mithäftlingen misshandelt wurde. Am Donnerstag hatte ihm der Teheraner Staatsanwalt dann einen Besuch abgestattet. Panahi war im Februar auch zur 60. Berlinale eingeladen, er durfte aber nicht ausreisen. Für seinen Fußballfilm „Offside“ hatte er 2006 in Berlin einen Silbernen Bären gewonnen. Tsp (mit dpa)

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