Kultur : Iranischer Kinderfilm von Majid Majidi

Jörg Königsdorf

"Im Namen Allahs" steht vor jedem iranischen Film. Am Anfang ist Allah und Allah lügt nicht - vielleicht erklärt sich die Erbarmungslosigkeit, mit der Majid Majidi in "Die Farbe des Paradieses" zu Beginn die verklebten Augenhöhlen des achtjährigen Mohammed zeigt, am besten aus dieser religiösen Verpflichtung zur Bilderwahrheit. Allah sieht alles, bis in das Herz des Vaters, der den blinden Sohn am liebsten fortgeben möchte. Allah sorgt dafür, dass allen nach ihrem Tun Gerechtigkeit widerfährt - und so erfüllen sich in der "Farbe des Paradieses" die Schicksale von Sohn, Vater und Großmutter mit epischer Wucht. Dennoch sind es die stillen Momente, in denen der Film nachwirkt: Die Hände Mohammeds beim Blindenschrift-Lesen; das Klöppelgeräusch beim Diktat und das Pochen der Spechte, hinter dem Mohammed eine Sprache vermutet. Die Sehenden, sagen diese Bilder, sind in vielem blind und die Blinden in vielem sehend.Heute 15 Uhr (CinemaxX 4), 15.2. 10 Uhr (FaF), 17.2. 10 Uhr (Zoo), 19.2. 14 Uhr (FaF)

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