Kultur : Isolde geht nach Salzburg

Jahrespressekonferenz des Berliner Philharmonischen OrchestersDas Berliner Philharmonische Orchester erwartet in der Spielzeit 1998/99 an seinem Dirigentenpult wiederum Günter Wand sowie Ingo Metzmacher, den Debütanten der vergehenden Saison, diesen mit Symphonien von Beethoven und Karl Amadeus Hartmann.Damit ist ein weites Dirigentenspektrum abgesteckt, das gestern auf der Jahrespressekonferenz der Philharmoniker in Anwesenheit ihres Künstlerischen Leiters bekanntgegeben wurde.Claudio Abbado sagte ein paar Worte über sein "Tristan und Isolde"-Konzept.Das Stück wird nach erprobter Tradition in der Berliner Philharmonie konzertant oder halbszenisch aufgeführt, um zu den Salzburger Osterfestspielen 1999 auf der Bühne zu erscheinen (Regie: Klaus Michael Grüber, mit dem Abbado in Salzburg schon Janáceks "Totenhaus" erfolgreich herausgebracht hat).Das Berliner Gesamtprogramm enthält auf Wunsch Abbados mehr Mozart und Haydn, wie Intendant Elmar Weingarten erläuterte, aber auch die Rückblicksserie "Uraufführungen beim Berliner Philharmonischen Orchester", an denen die philharmonische Geschichte reich ist.Nicht sehr zahlreich nehmen sich die Ur- und Erstaufführungen aus, die neu zu erwarten sind: Werke von Holm Birkholz, Boulez, Cerha, Kyburz, Pintscher und Rihm.Reich besetzt ist die Dirigentenliste mit unter anderen Barenboim, Gielen, Haitink, Harnoncourt, Maazel, Masur, Mehta, Norrington, Rattle, Salonen. Unter den Solisten von Brendel bis Zehetmair ist Sabine Meyer als aparte "Debütantin" aufgeführt: der kaum noch entwirrbare Streit um die Klarinettistin zu Karajan-Zeiten ist passé: man freue sich auf sie, so Weingarten.Auch konnte er eine gute finanzielle Basis mit 95 Prozent Auslastung, Gewinn durch Reisen sowie die "Partnerschaft" der Deutschen Bank bekanntgeben. Peter Riegelbauer und Christhard Gössling vom Orchestervorstand bedauerten, daß Rainer Kussmaul seine Position als 1.Konzertmeister verläßt, um nach Freiburg zurückzugehen.Man hoffe, darin sind die Philharmoniker sich offenbar einig, Abbado auch ab 2002, wenn er als Chef ausgeschieden sein wird, als Freund des Orchesters und Musiker zu behalten.Es bestehe noch keine konkrete Nachfolgeplanung, man sei Abbado dankbar, weil er rechtzeitig zur Neuwahl genügend Spielraum gegeben habe. S.M.

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