Kultur : Israel: Botschaft verstanden

Die internationalen Reaktionen auf den Rücktritt Ehud Baraks waren überwiegend kritisch. Die USA und Russland, die beiden "Haupt-Paten" des Friedensdialogs im Nahen Osten, zeigten sich besorgt. Das US-Präsidialamt in Washington sprach jedoch von einer innerisraelischen Angelegenheit und betonte, es bleibe weiter beim Einsatz für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Das russsiche Außenministerium in Moskau erklärte, Baraks Rücktritt sei kein Ausweg aus der schwierigen Situation, die durch "innenpolitisches Manövieren" nicht zu beheben sei.

Der palästinensische Chefunterhändler Erekat betonte, unabhängig von der politischen Lage in Israel arbeiteten die Palästinenser, Ägypten und Jordanien weiter an einem Plan zur Wiederbelebung der seit Beginn des Aufstandes im September ruhenden Friedensverhandlungen. Auch die auf Wunsch der Palästinenser eingesetzte UN-Untersuchungskommission wird nach offiziellen Angaben wie geplant am heutigen Montag ihre Arbeit vor Ort aufnehmen. Sie soll die Ursachen der Gewalt in den Palästinenser-Gebieten ermitteln.

Der ägyptische Außenminister Amre Mussa lehnte einen direkten Kommentar zum Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten ab. "Das ist eine wichtige Entwicklung, aber wir kommentieren das nicht", sagte Mussa am Sonntag in Kairo. Der wichtigste Punkt in Baraks Rücktrittserklärung ist aber aus Sicht Mussas die Äußerung, ein Abkommen mit den Palästinensern durch Verhandlungen und nicht durch Militäraktionen zu erreichen. "Das ist ein wichtiges und positives Wort, wir haben die Botschaft verstanden", betonte Mussa.

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