Kultur : Israel möchte Kafka-Dokumente im Land behalten

Für die Tel Aviver Kafka-Dokumente aus dem Nachlass seines Freundes und Herausgebers Max Brod interessiert sich jetzt auch das israelische Nationalarchiv. Dessen Leiter Jehoschua Freundlich sagte der israelischen Zeitung „Haaretz“: „Ich werde mich auf die Hinterbeine stellen, damit kein einziges Material, das mit Kafka zu tun hat, außer Landes gebracht wird.“ In Deutschland hatte bereits das Literaturarchiv Marbach Interesse an den Dokumenten geäußert. Mitarbeiter des Archivs standen jahrelang in Kontakt mit der 2007 verstorbenen Sekretärin und Lebensgefährtin von Brod, Esther Hoffe. Nach Brods Tod 1968 war sein Nachlass an Hoffe gegangen, die die Texte in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in Tel Aviv wird befürchtet, dass die Unterlagen in einem schlechten Zustand sind. Schon in den Achtzigern hatten Forscher vergeblich versucht, Hoffe zu einer Übergabe an die Nationalbibliothek in Jerusalem zu überreden. mrs/dpa

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