Kultur : Italien wählt: Francesco Rutelli: Der Erneuerer

clw

Francesco Rutelli wurde 1954 in Rom geboren. Selbst Sohn eines Architekten, versuchte er sich nach dem Abitur an einem Architekturstudium, das er jedoch abbrach, um kurzzeitig als Journalist zu arbeiten. Mit 21 Jahren trat Rutelli in die liberale "Radikale Partei" ein. Er verweigerte den Wehrdienst, wurde innerhalb von sechs Jahren Nationalsekretär der Radikalen und zog 1983 in die Abgeordnetenkammer ein, wo er Fraktionschef wurde. Rutellis Anliegen waren die Bürgerrechte - das Recht auf Abtreibung und Scheidung ebenso wie die Gleichberechtigung von Homosexuellen. 1989 wechselte Rutelli zu den Grünen, bei denen er ab 1992 Fraktionsführer wurde. Als die alten politischen Parteien in den Korruptionsskandalen auseinander brachen, kandidierte Rutelli 1993 als Kandidat einer Mitte-Links-Koalition für das Bürgermeisteramt von Rom - und konnte den damaligen Vorsitzenden des neofaschistischen "Movimento Sociale Italiano", Gianfranco Fini, schlagen. In den sieben Jahren als Bürgermeister von Rom gelang es Rutelli, die desolate, korruptionsgeplagte Hauptstadt zu renovieren. Als Reifeprüfung für den als "Schönling" bekannten Politiker gilt die gelungene Organisation des heiligen Jahres. Die umfangreichen Restaurierungs- und Modernisierungsvorhaben wurden fast alle pünktlich fertig und auch die Pilgermassen konnten erfolgreich bewältigt werden. So erwarb sich der Vater zweier Söhne nicht nur einen Ruf als erfolgreicher Organisator, sondern auch als Mann der "sauberen Hände", weil bisher keine Korruptionsvorwürfe laut geworden sind.

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