Kultur : Japan, Vietnam und Humboldt

DANIEL STURM

Mit einem umfangreichen Programm begeht das Berliner Haus der Kulturen der Welt das zehnte Jahr seines Bestehens.Am 4.September wird das Jubiläum mit einem "rauschenden Fest" gefeiert.Der Dialog der Kulturen ließe sich mit einem Eisberg vergleichen, so Generalsekretär Hans-Georg Knopp bei der gestrigen Vorstellung des Jahresprogrammes.Sichtbar seien mit der Spitze nur einzelne Projekte, das Interessanteste - die Werte, Haltungen und Vorstellungen verschiedenster Völker - blieben meist verborgen."Das Sichtbarmachen des ganzen Eisbergs ist unsere Aufgabe", so Knopp.Möglich werden soll dies mit Veranstaltungen zu umfangreicheren Themenkomplexen, etwa aus Vietnam und Japan.

Aber auch mit dem Werk Alexander von Humboldts beschäftigt sich das Haus der Kulturen der Welt.Bundespräsident Roman Herzog eröffnet am 5.Juni eine Ausstellung über den Kosmopoliten.Daneben findet im Juni eine Reihe von "Kosmos-Vorträgen" statt.Hier geht es um das gesamte Humboldtsche Wissenschaftsspektrum - von der Meereskunde bis hin zur Kunstgeschichte.

Mehr und mehr öffne sich Vietnam der Kultur.Das Haus der Kulturen nimmt diese Entwicklung zum Anlaß für einen Programmschwerpunkt: 16 junge Künstler aus Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt laden so zu einer Ausstellung ein, die ab dem 30.März bis zum 9.Mai zu sehen ist.Am 19.Mai findet im Hebbel-Theater die Uraufführung von "Voilà Voilà" statt, produziert von der Choreographin Ea Sola.Japan stellt, unter anderem mit der Performance "Japan Avantgarde", einen weiteren thematischen Schwerpunkt dar.

Seit seiner Gründung im Januar 1989 haben über zwei Millionen Menschen das Haus der Kulturen in der ehemaligen Kongreßhalle besucht.Immer stärker leiste sein Haus auch Service für andere Kultureinrichtungen, so Hans-Georg Knopp.Die Finanzierung gestalte sich durch langfristigere Projekte sicherer als noch vor einigen Jahren.Eine Auseinandersetzung mit anderen Kulturen wird nach Knopps Worten immer wichtiger: "Europa sah sich für Jahrhunderte als Zentrum, nun wird dieses westlich-monolithische Selbstverständnis mehr und mehr infrage gestellt."

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