Kultur : Joachim Unseld steigt bei Suhrkamp aus

Der juristische Krieg um den Umzug des Frankfurter Suhrkamp-Verlages nach Berlin hat ein Ende: Joachim Unseld hat seine Unternehmensanteile an die beiden Mehrheitsgesellschafter verkauft, wie Verlagssprecherin Tanja Postpischil bestätigte. Damit dürfte dem Umzug nichts mehr im Wege stehen. Joachim Unseld, der 56-jährige Sohn des verstorbenen Suhrkamp-Patriarchen Siegfried Unseld und Chef der Frankfurter Verlagsanstalt, hatte sich dagegen gewehrt, wie er auch den Verkauf des Suhrkamp-Archivs an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach zu verhindern versucht hatte. Beobachter sahen darin stets ein Instrument, die Verkaufssumme, über die nach wie vor Stillschweigen herrscht, in die Höhe zu treiben. Joachim Unseld gehörten 20 Prozent des Hauses, die jetzt zu gleichen Teilen an Siegfried Unselds Witwe, Ulla Unseld-Berkéwicz, und die Medienholding AG Winterthur gehen. Diese hält nun 39 Prozent des Verlags, Unseld-Berkéwicz die restlichen 61 Prozent. Unseld-Berkéwicz, die seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2002 Suhrkamp leitet, hatte im Februar dieses Jahres bekannt gegeben, dass sie den Verlag von seinem angestammten Standort Frankfurt zum 1. Januar 2010 nach Berlin übersiedeln wolle. Der Hamburger Investor Hans Barlach unterstützte sie dabei. Er hatte vor einigen Jahren die Medienholding AG Winterthur erworben. Nicht nur Joachim Unseld, auch 85 Prozent der rund 150 Beschäftigten hatten sich dagegen ausgesprochen. Tsp/dpa

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