Kultur : Jörg Holm ist tot: Der Schauspieler verstarb in Berlin

Der Schauspieler Jörg Holm ist tot. Er starb am 22. Juli im Alter von 60 Jahren in Berlin. Holm war unter anderem Ensemblemitglied des Hamburger Thalia-Theaters, der Freien Volksbühne Berlin und des Schiller-Theaters und hat mit vielen namhaften Regisseuren, darunter Peter Zadek, Hans Neuenfels, Robert Wilson und Jürgen Flimm zusammengearbeitet.

Der gebürtige Stettiner gehörte von 1975 bis 1979 unter Boy Gobert dem Ensemble des Hamburger Thalia-Theaters an. 1980 spielte er an der Freien Volksbühne Berlin unter Peter Zadek in der Uraufführung von Hans-Magnus Enzensbergers "Menschenfeind" mit. Im selben Jahr wurde Holm an das Berliner Schiller-Theater verpflichtet, wo er fünf Jahre blieb. 1985 kehrte er für die Rolle des Güldenstern in Jürgen Flimms "Hamlet"-Inszenierung an das Thalia-Theater zurück.

Seine Vielseitigkeit zeigte Holm vor allem als Darsteller in Stücken des modernen Repertoires. Viel Beachtung fand seine Interpretation des Narren in Alban Bergs "Wozzeck" an der Mailänder Scala unter der Regie von Jürgen Flimm und der musikalischen Leitung von Giuseppe Sinopoli.

In den letzten beiden Jahren war Jörg Holm häufig am Berliner Renaissance-Theater zu erleben. Als Partner von Judy Winter spielte er in "Amys Welt" von David Hare sowie in der deutschsprachigen Erstaufführung von Terrence McNallys "Die Lissabonner Traviata", mit der das Gespann Jörg Holm / Gerd Wameling einen glänzenden Erfolg erspielte. Besonders Holms gelungenes Wechselspiel zwischen Komik und Tragik, hinreißend trocken-schlagfertig und leidenschaftlich aufrichtig in der Darstellung eines divenhaften Maria-Callas-Fans begeisterte Kritik und Publikum. Eine Wiederaufnahme der Produktion war auch in der Spielzeit 2000/2001 am Renaissance-Theater geplant.

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