Journalismus : Pulitzer-Preisträger Art Buchwald gestorben

Der amerikanische Humorist und Pulitzer-Preisträger Art Buchwald ist im Alter von 81 Jahren in Washington gestorben. Er war lange Zeit Kolumnist der Washington Post und veröffentlichte mehr als 30 Bücher.

New York - Buchwald war bereits seit Anfang letzten Jahres schwer krank. Im Juli hatte er gegen den Rat der Ärzte das Krankenhaus verlassen und auf eine Dialyse verzichtet.

Der langjährige Kolumnist der "Washington Post" und zahlreicher anderer Zeitungen veröffentlichte mehr als 30 Bücher. Sein letztes Werk wurde erst im November veröffentlicht. Sein Titel: "Too Soon To Say Goodbye", auf Deutsch: "Zu früh, um auf Wiedersehen zu sagen".

Zu Bestzeiten wurden Buchwalds spöttische Kommentare von gut 300 Zeitungen rund um den Globus gedruckt. Er war in mehr US-Blättern zu lesen als irgendein anderer Kolumnist und verfasste im Laufe seiner Karriere etwa 8000 Leitartikel zu aktuellen politischen und gesellschaftspolitischen Ereignissen.

"Größter Satiriker seit Pope und Swift"

Besondere Beachtung fanden die Spitzen des New Yorker Kolumnisten während des Watergate-Skandals. Seine Satiren über das erste Amtsjahr des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan wurden auch als Buch ("While Reagan Slept") verlegt und brachten ihm 1982 den begehrten Pulitzer-Preis ein.

Schon Jahrzehnte zuvor hatte ihn der Außenminister von Harry Truman, Dean Acheson, als "größten Satiriker der englischen Sprache seit (Alexander) Pope und (Jonathan) Swift" gelobt. Pope starb 1744, Swift ein Jahr später im Jahr 1745.

In einem Interview des öffentlichen Senders NPR hatte Buchwald im vergangenen Jahr erklärt, nichts im Leben zu bedauern, keine Furcht vor dem Tod und weder religiöse oder spirituelle Erwartungen zu hegen. Er sei glücklich, so viele Menschen zum Lachen gebracht zu haben, sagte er einer Reporterin des Fachmagazins "Editor&Publisher". Für seinen Tod hatte er "eine traurige Kolumne" vorbereitet. Sie sollte laut Buchwald erscheinen, "wenn ich im Himmel bin". (tso/dpa)

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